April 18, 2021 at 9:55 AM
Guten Morgen!
Ich löse auf:
Es handelt sich um eine Reiterwaffe. Die verdrehte Schneide dient dazu das Fußvolk lässig vom Pferd herab enthaupten zu können ohne sich groß verrenken zu müssen. Handelt es sich bei dem Fußvolk um Holzköpfe so bekommt auch mein hartnäckiges Festhalten an der Holzbearbeitung eine Berechtigung.
Und auch die von Paul angedachte Ergonomie ist mit im Spiel.
The Horsemans Headtaker!
Sind alle einverstanden? 
Gruß Sascha
Es ist besser ein kleines Schmiedefeuer anzuzünden als die Dunkelheit zu verfluchen!
April 18, 2021 at 7:43 AM
Hallo Fred,schon mein erstes Photo war zumGrössenvergleich aber ich hatte nicht bedacht dass ich etwas grosse Pfoten habe.

und jetzt eine Frage an die Schmiede:Ist es ein Mehraufwand bei der Herstellung der Axt wenn das Axthaus eine Schlagplatte haben soll ?Bei Fostäxten wurde eine platte Seite nur dann verwendet wenn die Axt auch als Hammer dienen sollte.
Meine Überlegung ist,wenn die Axt im weitesten Sinne als Waffe dienen sollte,wozu dann der platte Kopf.
So versuche ich eben mich durch die Möglichkeiten an den ursprünglichen Nutzen heranzutasten.
Und am Ende war es dann vielleicht doch nur eine spinnerte Idee eines gelangweilten Schmiedes !?
Ich wünsche allseits einen Schönen Sonntag
Gruss Rudolf
April 17, 2021 at 10:58 PM
...der Größenvergleich relativiert die Sache. vielleicht ist es doch die Henkersaxt!?
Ehrlich gesagt hab ich von Holzbearbeitung noch weniger Ahnung als bei der von Metall.
Bin echt gespannt, was da noch alles angeboten wird....

Der Holledauer
Unikate müssen nicht zwingend schön sein, nur einzigartig.

April 17, 2021 at 7:18 PM
Wow,Sascha,toller Hinweis mit dem französischen Werkzeugkatalog.Da muss ich mich mal durcharbeiten.
Und deinen Hinweis auf den krummen Stiel habe ich jetzt auch kapiert.Der ist aber eigentlich nicht krumm sondern versetzt.Das heisst die Auge/Hand kombination funktionioniert nach wie vor .Das ist eben bei einer Klinge die schräg zur Längsachse steht nicht möglich.Zumindest nicht bei einer Holzbearbeitung in Faserrichtung.
Die Aussage zur Stahlqualität sollte lediglich meine Einschätzung verdeutlichen,daß sich jemand viel Arbeit gemacht hat.
Schöe Grüsse
Rudolf
April 17, 2021 at 6:44 PM
...hier noch eine interessante Schrift zum Thema Axt - falls nicht bereits bekannt.
Auf Seite 18, links unten, ist auch ein "krummer" Stiel, in der Art wie ich mir das vorgestellt habe, abgebildet.
Es ist ja klar, dass es kein typisches Breitbeil/Beschlagbeil ist - sonst hätten wir ja hier nichts zu rätseln...
Wenn ich auch keine Belege liefern kann, so bin ich doch nach wie vor davon überzeugt, dass es sich um ein Werkzeug zur Holzbearbeitung handelt. Alex hat vermutlich bisher die besten Hinweise gegeben.
Ich habe noch ein bisschen gesucht (Bildersuche nach "shipwrights axe" und "talabot hache") - nun denke ich die Axt ist französisch (Marke "Talabot"?) - die sehen sehr ähnlich aus - nur für die "verdrehte Schnittebene" konnte ich kein Beispiel finden.
In post #7 sind Bilder aus einem alten frz. Werkzeugkatalog - ich bin nur leider nicht der französischen Sprache mächtig... aber da könntest Du noch Hinweise finden.
Eine gute Stahlqualität bedeutet ja nicht automatisch, dass das Werkzeug ein gutes (im Sinne der Ergonomie) ist.
Ich finde Äxte sehr spannend... merkt man vermutlich...
Gruß Sascha
Es ist besser ein kleines Schmiedefeuer anzuzünden als die Dunkelheit zu verfluchen!
April 17, 2021 at 4:59 PM
Ich bin zwar kein Schmied aber ich habe Werkzeugmacher gelernt und wie ich am Klang und am Schleifbild sehen konnte ist es eine sehr gute Qualität und darum kann ich mir irgendwie nicht vorstellen,daß sich ein Schmied einfach mal so diese Arbeit gemacht hat um etwas auszuprobieren.
April 17, 2021 at 4:52 PM
Ich versuche mal ein Bild hochzuladen das die Grössenverhältnisse zeigt.
Die kleinere Axt ist eine Schrotaxt mit Gesamtlänge 80 cm wie sie seit Jahrhunderten im Schwarzwald verwendet wird um den Fallkerb zu setzen, also'anschroten'.Leicht,sehr ausgewogen und extrem schnitthaltig.Der Unterschied ist augenfällig.
Die Bilder von der restaurierten Beschlagaxt sind toll aber das ist definitiv was anderes.
Toll,wie viele sich hier an der 'Wahrheitsfindung' beteiligen.
Das lässt hoffen...20210417_162244.jpg20210417_162411.jpg


April 17, 2021 at 2:45 PM
Hallo Rudolf,
meine Idee ist, dass der Schwerpunkt der Axt möglichst in einer Ebene mit Schneide & Griffposition liegen sollte.
Wenn dies nicht der Fall ist, muss man beim Arbeiten ständig Kraft aufwenden, um die Axt in der richtigen Richtung zu halten.
Ich habe leider kein Beispielbild aber bei der Suche bin ich auf einige Bilder gestoßen auf denen man erkennen kann, dass die Spitze der Schneide (wenigstens annähernd) auf einer Ebene mit dem Stiel liegt.
Ich meinte es wäre evtl. möglich, eine ähnliche Gewichtsverteilung in Relation zur Griffposition herzustellen, indem man einen entsprechend gekrümmten Stiel einsetzt. Der Stiel sollte durch die Krümmung wieder etwas näher an die Ebene der Schneide herankommen. Ob es wirklich etwas bringt weiß ich nicht.
Ich hoffe ich konnte mich -auch ohne Bild- verständlich machen.
Gruß
Sascha
Es ist besser ein kleines Schmiedefeuer anzuzünden als die Dunkelheit zu verfluchen!
Last edit: April 17, 2021 at 4:34 PM, Sascha
April 17, 2021 at 1:27 PM
Servus Paul,

ergonomische Werkzeuggestaltung - gute Idee! In dem Fall wär der Bediener dann Linkshänder (der nach links auszieht) gewesen.

Grüße vom Holledauer
Unikate müssen nicht zwingend schön sein, nur einzigartig.

April 17, 2021 at 1:16 PM
Hallo erstmal!



Obwohl ich wahrscheinlich deutlich weniger Expertise in Sachen Äxte habe, als alle anderen hier habe ich auch eine Theorie. Die breite, flache und runde Schneide wirkt für mich als Forst-Laien wie die einer Waldaxt. Vielleicht ist die Axt dazu gedacht, Bäume zu fällen, allerdings mithilfe der abgewinkelten Klinge näher am Boden, ohne dabei besonders gebückt stehen zu müssen. Ähnlich wie bei einer Sense. Hoffentlich versteht man, was ich meine. Vielleicht ist meine Theorie auch vollkommener Humbug, aber das kam mir so in den Sinn als ich die Axt sah.



Gruß

Paul
Last edit: April 17, 2021 at 1:17 PM, Paul/DerFeldschmied

Feder umformen

April 17, 2021 at 9:12 AM
Hallo liebe Schmiedegemeinde,ich möchte eine Spiralfeder (Durchmesser 3mm) umformen, und anschließend wieder härten (?)
Wie gehe ich am Besten vor, damit die Feder ihre Federeigenschaft behält ?
Ein Probestück habe ich schon (warm) gebogen, wie soll ich es behandeln ?orig_Feder_1.jpg
Gruß: Peter
April 17, 2021 at 9:00 AM
Hallo Sascha
Der Stiel ist mit Sicherheit nicht der ursprünglich vorgesehene.Es wurden schon einige Stiele in verschiedenen Längen ausprobiert,allerdings noch kein krummer.
Es ist hier schwer zu erklären warum sie zur Holzbearbeitung schlecht geeignet ist.Es ist einfach wie sie in der Hand liegt und das Gewichtsverhätnis bzw.die Balance.
Ich habe einige Äxte und weiss auch damit umzugehen.
Könntest du mir ein Bild von einem krummen Stiel zeigen ?
Schöne Grüsse Rudolf
April 17, 2021 at 8:32 AM
Hallo zusammen,
die vermeintlichen Holzbearbeitungs-Gegenargumente - "verdrehte" Schneide, hohes Gewicht - sind nach meiner Meinung genau die Argumente die für die Holzbearbeitung (speziell das Behauen von Balken, Glätten von Holzoberflächen) sprechen - so wie meine Vorschreiber das auch schon vermutet haben.
Vermutlich ist die mangelnde Praxistauglichkeit auf einen "falschen" Stiel zurückzuführen. Eine ergonomische Verwendbarkeit wäre bestimmt durch einen "krummen" Stiel zu erreichen.
Ich hoffe es ist verständlich, was ich mit einem "krummen" Stiel meine.
Ist irgendwo ein Hinweis auf einen Hersteller zu entdecken - das könnte ja eventuell auch hilfreich sein bei der Recherche.
Schöne Grüße
Sascha
Es ist besser ein kleines Schmiedefeuer anzuzünden als die Dunkelheit zu verfluchen!
April 17, 2021 at 7:20 AM
Guten Morgen 
Fred,sicher bin ich mir keineswegs,so sollte es nicht rüberkommen.Es ist nur so dass ich im Holzbereich arbeite und die Axt,die ich im Übrigen schon 30 Jahre mit mir rumschleppe,schon des Öfteren zur Holzbearbeitung eingesetzt habe.Dabei waren schon professionelle Restauratoren als auch altgediente Zimmerleute.Die einhellige Meinung war,dass sich die Axt durch Schneidenwinkel,Schrägstellung und Gewichtsverhältniss nicht zur Holzbearbeitung taugt. 
Und zu Deinem Hinweis Alex .Auch in Richtung Scharfrichteraxt oder im weitesten Sinne als Waffe wurde schon gedacht.Dagegen spicht meines Erachtens das massive Axthaus mit abgeflachtem Kopf das ausser schwer zu sein beim Kampf oder Ähnlichem keinen Sinn macht.
Aber ich freue mich ein Forum gefunden zu haben wo evtl weiter über Zweck und Verwendung nachgedacht wird.
Gruss aus dem Schwarzwald
Rudolf
April 16, 2021 at 11:57 PM
Ein Bekannter von mir hat eine Art von Axt/Beilmuseum mit weit ueber 200 Teilen(darunter auch zwei verifiziert benutzte Scharfrichteraexte), da gibt es Aehnliches. Klassische Behauaexte haben halt ein unsymetrisches Haus und eine gradere Schneide, schon richtig. Aber z.B. im Schiffbau frueher wurden wie die gefragte welche verwendet um Planken vom Baum abzuspalten (hatte ja nicht jeder eine Gattersaege), und den Kielbaum zu bearbeiten. Es gibt so viele Sonderformen, da muss man wohl regional anfangen, was so gebraucht wurde.
Viel Erfolg bei der Recherche noch!

Gruss
           Alex
Stahl---ist Männerknete!