September 16, 2021 at 7:57 PM
Der Schleifer von Holzmann macht 8m/s, ist also auf die Holzbearbeitung ausgelegt. Metallbandschleifer machen 25-35m/s.
Vgl. Flex-> 80m/s.
Man kann auch mit 8m/s leben, aber 30m/s ist schon eine ganz andere Hausnummer.

Und wenn man die noch auf 8m/s herunterregeln kann ...

Grüße Willy
Das kann man so machen, muss man aber nicht.
Last edit: September 16, 2021 at 7:57 PM, Willy Consten (WiCon)
September 16, 2021 at 6:46 PM
Guten Abend, Elias!

Deine letzte Frage zuerst: Ich habe eine einfache Schmiedeesse für mineralische Schmiedekohle. Sie ist einfach zu bedienen, mein Gebläse ist ganz leise (große Leistung, durch FU mit geringer Drehzahl gut zu steuern), die Werkstücke werden schnell warm. Die Aufkohlung ist genauso wenig ein Thema für mich wie Abbrand. Beides passiert in geringem Umfang, und meist hängt es mehr davon ab, wie man das Werkstück in Feuer platziert. Wenn man die Regel befolgt 'Kohle unter und über dem Werkstück', ist das kein wirkliches Problem. Wenn man das Werkstück ganz tief in der Feuerschale hat, passiert das Gleiche, wie wenn man es oben auf die Kohle legt: Es gibt viel Abbrand/Zunder.

Randentkohlung gibt es auch immer ein wenig. Kann man schnell und gezielt schmieden und die angestrebte Form mit wenigen Hitzen erreichen, ist es halt besser. Das ist dann der Unterschied zwischen Profi und Amateur! 

Kugellagerstahl: Hast Du mal auf das Datenblatt geschaut?

STAHL 1.3505 /100Cr6

Elemente        C      Cr     Mn      Si     Mo    
ca.                1,0   1,5    0,35    0,25   0,1


Da bleiben eigentlich keine Wünsche mehr offen! Vom C-Gehalt her leicht übereutektoid, das Chrom bewirkt eine Gefügerverfeinerung, Mangan bewirkt eine bessere Einhärtung. 

Ganz sicher ist eine Kombination mit z.B. Feilenstahl nicht nötig, und mehr Ansprunghärte braucht man wirklich nicht. Aber natürlich kann man Damast auch mit Feile, Kugellager und 1.2562 machen! Viel Spaß dabei! 

Der Faserverlauf ist eine Größe, die zwar existiert, aber sie wirkt sich nur im Grenzbereich der max. Belastung aus. Mit anderen Worten: Ein sorgfältig geschmiedetes Werkstück mit angepasster Wärmebehandlung wird ein klein wenig später brechen als eines, das spanabhebend mit ansonsten gleicher Wärmebehandlung hergestellt wurde - theoretisch

Wer nimmt sein Messer schon so hart ran? Andererseits ist es vielleicht ein gutes Gefühl, wenn man weiß, dass man dem Stahl die bestmögliche Behandlung angedeihen ließ!  

Freundliche Grüße

Jean
September 15, 2021 at 5:26 PM
Servus Klingenkerl,

hör auf Martins Rat und kauf ein Gerät mit höherer Leistung. Brauchbare Geräte haben m.M. nach min. 3 KW - die gibts im Netz mit 75mm Schleifbreite und 2000 Bandlänge für 600.--€. Das sind zwar eher günstige Schleifer (die der Premium-Hersteller sind teurer und sicher auch langlebiger) aber mit 3 KW Leistung und 30M/sek. Bandgeschwindigkeit haben die im Vergleich zu verschwindend geringen 8M/sek. von Deinem Link sicher viel bessere Abtragsleistung und eben ausreichend Power.
Du hast die Wahl - ich würd das Geld sicher drauflegen...

Grüße aus der Holledau

Fred 
Unikate müssen nicht zwingend schön sein, nur einzigartig.

September 15, 2021 at 1:03 PM
Tobias von Spiczak, 15. September 2021 um 12:00
Auf in die nächste Fragerunde! Heute: Bandschleifer!
Wieviel Watt werden wohl benötigt. um Metal gut und zuverlässig bearbeiten zu können und Klingen zu schärfen? Natürlich geht es mir auch hier um Preis/LEISTUNG. Bin bei meiner Suche auf dieses Schmucke Stück mit 750W gestossen:

https://www.otto.de/p/holzmann-band-tellerschleifer-bt1220top_230v-480-m-min-150-mm-1295462730/#variationId=1295462731

Ist die Leistung ausreichend? Bin jetzt nicht speziell auf dieses Modell festgelegt, aber preislich fände ich das recht passend. Wenn es jetzt aber heist ich bräuchte mindestens 2KW wäre sowas natürlich raus.

Natürlich kannst du mit 750 Watt auch Schleifen. Ich habe einen Industrieschleifer mit FU in 4 KW das ist natürlich eine andere NR. Anhalten ist nicht möglich egal was ich auch anstellen will. Bin ich von vielen 1,5 kw Motoren aber nicht gewohnt die lassen sich bei starkem Druck schon sehr verlangsamen und anhalten. Mir wäre ein Bandschleifer unter mind. 1,5 KW keine Kaufempfehlung.

Schwingt den Hammer!
Gruß Martin
September 15, 2021 at 12:00 PM
Auf in die nächste Fragerunde! Heute: Bandschleifer!
Wieviel Watt werden wohl benötigt. um Metal gut und zuverlässig bearbeiten zu können und Klingen zu schärfen? Natürlich geht es mir auch hier um Preis/LEISTUNG. Bin bei meiner Suche auf dieses Schmucke Stück mit 750W gestossen:

https://www.otto.de/p/holzmann-band-tellerschleifer-bt1220top_230v-480-m-min-150-mm-1295462730/#variationId=1295462731

Ist die Leistung ausreichend? Bin jetzt nicht speziell auf dieses Modell festgelegt, aber preislich fände ich das recht passend. Wenn es jetzt aber heist ich bräuchte mindestens 2KW wäre sowas natürlich raus.
September 14, 2021 at 9:15 PM
Gerhard Fröhner, 14. September 2021 um 09:02
Hallo,
Ich werde mir einen Federhammer mit Autoreifen bauen. Wer kann mit Tips geben, oder wer  hat einen Bauplan??
Oder wo kann ich einen anschauen  Nähe 91805
Gruß
Gerhard

Hallo Gerhard,

auch bei uns wurde schon mal ausgiebig über einen Tire-Hammer diskutiert. Schau mal in diesen Thread. Da sind auch einige Skizzen mit bei.

Gruß Thomas

 

Last edit: September 14, 2021 at 9:15 PM, Thomas Behnke (Conni)
September 14, 2021 at 6:19 PM
hallo Goldschmied,
such mal bei "Guugel" oder bei "Jutjub" unter "Tire Hammer" da findest Du einiges.
Gruß DerSchlosser
Ein Hoch dem ehrbaren Schmiedehandwerk!
September 14, 2021 at 9:02 AM
Hallo,
Ich werde mir einen Federhammer mit Autoreifen bauen. Wer kann mit Tips geben, oder wer  hat einen Bauplan??
Oder wo kann ich einen anschauen  Nähe 91805
Gruß
Gerhard
September 14, 2021 at 6:42 AM
Hallo Jean,

Das Ausschmieden bis zur fast Endform ist auch immer mein Ziel bei Messern etc.
Wenn ich mich nicht irre hat das auch etwas mit dem Faserverlauf im Stahl zu tun.

Was mich in naher Zukunft noch mehr beschäftigen könnte und wird wäre Kugellagerstahl, da sich mir eine mehr als reichliche Quelle ergeben hat. 
Könnte ich einfach so aus KL-Stahl eine Klinge schmieden oder müsste ich diesen zusammen mit einem C-haltigerem Stahl verbinden? 
 
Achso, erhitzt du eigentlich deine Werkstücke in Kohle oder Gas und warum? (Thema Aufkohlung des Stahl, Abbrand, Zunder, C-Gehalt Verlust) 

Danke für deine hochinteressanten und ausführlichen Antworten! 


Thüringen grüßt den Rest der Welt 

Elias 

September 14, 2021 at 6:18 AM
Hallo Sascha,

Dann habe ich Jeans Antwort eventuell falsch verstanden :) 


Gruß

Elias 
September 12, 2021 at 6:09 PM
Genau, Sascha,

Du hast mich verstanden! Vielleicht habe ich mich aber auch nicht präzise genug für Elias ausgedrückt!

Ein feines Gefüge kann bei Kohlenstoffstählen durch die Bearbeitung und die Wärmebehandlung eingestellt werden. Bei höher legierten Stählen, die harte Sonder-Carbide enthalten, ist die Matrix weniger wichtig, weil die großen Carbide bei den Schneidwerkzeugen eine Art robuster "Säge" an der Schneide bilden. Bei niedrig legierten Stählen - auch bei hohem C-Gehalt - hast Du ja nur relativ feine Eisencarbide, die eben auch eine feine, potentiell sehr scharfe Schneide ermöglichen. 

Das sorgfältige Schmieden ist bei C-Stählen das A und O, und das gilt besonders für Messerklingen. Wenn man eine Klinge nicht "an die Endform" schmiedet, verschenkt man Leistungspotential, denn das Ausschmieden einer feinen Schneide (bis herab zu 0,5 mm) sorgt durch die Zertrümmerung der größeren Moleküle mit dem Hammer für ein feines Gefüge. Durch die richtige Wärmebehandlung kann man das Gefüge erhalten und vielleicht noch verbessern. 

Ein gutes Gefüge erzielt man, indem man das Werkstück sofort beschmiedet, wenn man es aus dem Feuer nimmt; das sollte blitzschnell erfolgen. Jede Erwärmung ohne sofortige Bearbeitung fördert das Kornwachstum!  

Man sieht oft bei Anfängern, dass sie das warme Werkstück aus der Esse nehmen, es genau anschauen und die Bearbeitung überlegen, dann den Hammer suchen, und dann erst mit dem Schmieden beginnen! Da hat der Stahl viel Zeit, um Kristalle zu bilden! 

In Videos (die ja eigentlich hilfreiche Informationen vermitteln sollen) sieht man manchmal, dass Hobby-Schmiede ein Stück Stahl plattklopfen, dann mit der Flex eine Spitze zurechtschneiden, und darauf die Form der Klinge nur noch schleifen. Auch dabei wird natürlich eine Menge Potential des Stahls verschenkt! Und das kann man dann auch nicht Schmieden nennen!

Håvard Bergland, der norwegische Meisterschmied, legte immer Wert darauf, dass beim Messerschmieden auch der Verlauf der Schneide mit dem Hammer geformt wurde, um das Gefüge fein zu halten! Also auch ruhig mal (dezent) auf die Schneide kloppen und dann wieder ausschmieden!

Bei Feilen - um darauf zurückzukommen - brauchen die feineren Versionen naturgemäß ein ganz feines Gefüge, um einen entsprechenden Hieb anbringen zu können. Da muss das Weichglühen ebenso sorgfältig erfolgen wie das Härten! Der geringe Gehalt an Legierungselementen stört da nicht, und der Chromgehalt dient nicht der Erzeugung von harten Chromcarbiden, sondern in den geringen Mengen verbessert er die Kornfeinheit. Daher verwende ich für viele meiner Klingen einen C75, der zusätzlich eine geringe Menge Chrom enthält. 

Prinzipiell ist es aber richtig, dass ein hoch C-haltiger Stahl zur Grobkornbildung neigt, wenn er nicht sorgfältig bearbeitet und wärmebehandelt wird. Nichts für Anfänger, auch wegen des sehr kleinen Temperaturfensters bei der Bearbeitung!

In der Industrie wird ja zwischen 1.3505, 100Cr6 und Kugellagerstahl unterschieden, obwohl alle die gleiche Zusammensetzung haben. Neben der Reinheit bei der Herstellung ist auch die Verarbeitung ein Faktor für die homogene Stahlqualität.

Wenn man gleichbleibend gute Qualität bei seinen Schneidwerkzeugen haben möchte, sollte man die Zusammensetzung des verwendeten Stahls weitgehend kennen. Erfolgen dann alle Bearbeitungsverfahren routiniert und gleichförmig/wiederholbar, kann man auch mal ein paar Probestücke härten und zerbrechen, um das Gefüge zu untersuchen. Das ist immer der letzte Nachweis für ordentliche Produktionsqualität.

Freundliche Grüße

Jean


Last edit: September 12, 2021 at 6:12 PM, Jean Collin
September 12, 2021 at 4:48 PM
Wie Klopfer schon richtig schrieb, ist ein steiler Winkel besser als ein flacherer.

Wichtig ist der Übergang vom 'Trichter' (Rauchsammler) zum Rohr: Hier sollte möglichst wenig Totraum sein, damit die Gase gut abziehen können. Der Trichter sollte sich dreidimensional zum Rohr hin verengen (Pyramidenstumpf). In Deiner Konstruktion (Foto liegt auf der Seite) kann ich das nicht erkennen. Zudem sollten die Bleche INNEN an das Gerüst montiert werden, damit Verwirbelungen durch die Winkeleisen vermieden werden.

Ein Abzugrohr mit nur 150 mm Durchmesser wird nur an einer kleinen Holzkohlenesse wirklich gut funktionieren. Das habe ich selbst ausprobiert. Meine Empfehlung wären eher 180 mm. Zweihundert mm braucht man für einen normal großen Schmiedeherd. 

Viel Erfolg und freundliche Grüße

Jean 
September 12, 2021 at 10:37 AM
Hallo zusammen!
Ja genau - hochinteressantes und unausweichliches Thema für Leute die gute Werkzeuge schmieden wollen.
Elias ich verstehe Deine Antwort an Jean nicht so richtig.
Er hat doch gar nicht von Dir verlangt irgend einen aufwändigen Prozess durchzuführen - das bleibt ja Dir überlassen wie Du zum Ziel kommst. Aber er hat doch in gut verständlicher Form einige theoretische aber doch sehr praxisnahe Hinweise zusammengefasst die verdeutlichen welche Rolle eine gute Wärmebehandlung spielt. Die genaue praktische Vorgehensweise hat er ja offengelassen.
Aber auch dazu gibt es Tipps wie man, ohne den Stahl exakt zu kennen, gute Ergebnisse erreichen kann. Und diese Möglichkeit hat Jean meiner Meinung nach nicht ausgeschlossen. (Ist ja bei der Verwendung alter Feilen naheliegend, dass der Stahl eben nur so ungefähr bekannt ist.)
Ich bin Jean jedenfalls dankbar dafür, dass er seine Erfahrungen mit uns teilt - danke!
Was ich aber nicht verstehe, Jean, wieso ist das Gefüge bei 1.2008 tendenziell feiner als bei 1.2002? Ich wäre davon ausgegangen, dass (bei übereutektoiden Stählen) je mehr Kohlenstoff und je mehr Chrom desto höher die Gefahr der Bildung grober Karbide, die erst wieder durch entsprechende (etwas aufwändigere) Wärmebehandlung gelöst werden können.
Das "Problem" schätzte ich bei dem Kugellagerstahl mit noch mehr Chrom (ist ja nicht wirklich viel - zählt ja noch zu den niedriglegierten Stählen) dann tendenziell noch höher ein.
Ist davon auszugehen, dass ein 1.2008 vorab sogfältiger verarbeitet wurde? Macht man das als relativ unerfahrener/unfähiger Schmied beim schmieden nicht sehr leicht kaputt? Ich denke in diese Richtung geht Dein Hinweis "...Material so verabeiten, dass das Gefüge möglichst fein bleibt."?
Gruß Sascha
Es ist besser ein kleines Schmiedefeuer anzuzünden als die Dunkelheit zu verfluchen!
September 11, 2021 at 6:45 PM
Hallo,
Vielen Dank Klopfer für die schnelle Antwort.
Inzwischen bin ich auch in der Lage Bilder hoch zu laden:



Ich versuche mit dieser Konstruktion, mir die Problematik der Abwicklung zu erleichtern.
Mal gucken wie ich damit zurecht komme.

Schönen Abend und danke nochmals.

Andreas
September 11, 2021 at 3:23 PM
Also, ich würde mir die Beispiele bestehender Essen (Angele) mal angucken: Rauchfang , Google
Ich denke, ohne jetzt mühsam den Zeta-Wert in Abhängigkeit vom Winkel zu berechnen, dass jeder Winkel ab so ca. 30° seinen Zweck erfüllt, weil besser als gar kein Winkel. 45° ist meistens ein guter Wert, aber es kommt auch auf deine Konstruktion an. Ich würde mich an deiner Stelle in die Rolle des Rauches versetzen und mir keine abrupten Störkanten in den Weg legen, sondern die Abluft "geschmeidig" sanft in Richtung Abzugskamin führen. Mein Rohr hat zudem einen Durchmesser von 200 mm und funktioniert einwandfrei:
Esse_Abzugshaube.jpg
Last edit: September 11, 2021 at 4:33 PM, Klopfer