November 22, 2019 at 4:31 AM
20 cm sind ein bisschen wenig. Aber meistens ist eh die Haube das Problem.
Es gibt hier zwei Möglichkeiten:
Ventilator einbauen z.B. diesen https://www.dasslerventilatoren.info/contents/de/d23_Heissgasventilatoren.html - kostet soweit ich weiß um 200€.
Haube umbauen oder durch anderes Modell ersetzen.
Eine Haube, die direkt an die Feuerschüssel angrenzt zieht besser. In den USA ist das Modell 'super sucker' sehr beliebt - eine recht simple 30 cm breite Box mit 25 cm Öffnung.
https://www.anvilfire.com/21st-century-blacksmithing/plans/super-sucker/ Link ist in Englisch, man muss aber kein Englisch können um das Prinzip zu verstehen.
Noch besser funktionieren Hauben mit Venturikanal. Dabei beschleunigt eine Engstelle durch Manipulation der Druckverhältnisse den Rauchfluss. Einschnürungsgrad 15-85%, 50% funktionieren meist recht gut. Der Eintrittswinkel sollte ca. doppelt so groß sein wie der Austrittswinkel, wie man aber an der Umsetzung hier sieht:

 ist das ist in der Praxis nicht immer notwendig, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erziehlen.

Mit Zugverbesserern habe ich keine Erfahrung. Bedenke das solche Lösungen idR für normale Holzfeuer dimensioniert sind und für Schmiedefeuer dementsprechend oft nicht passen. Allgemein sollte eine Regenabdeckung zugunsten des ungehinderten Rauchflusses mit einem Abstand von min. 1x Außendurchmesser des Kaminrohrs auf dem selbigen montiert sein.
Last edit: November 22, 2019 at 4:34 AM, Crantius
November 10, 2019 at 9:16 PM
Mit Koks auch nicht.
November 8, 2019 at 12:35 PM
Gängig sind 2-3€ / kg - bei gutem Zustand. Unter 100 kg mehr, über 150 tw. weniger.
September 4, 2019 at 10:25 PM
Die Arbeitshärte, von der ich sprach bezieht sich auf Dorne, Zangen und Warmmeißel. Letztere härte ich teilweise auch in der Abluft vom Essengebläse. 
Wenn volle Härte gewünscht ist, also eigentlich nur für Messer denn für Kaltmeißel taugt das Zeug nicht, härte ich natürlich in Öl.
September 3, 2019 at 11:34 PM
PKW-Spiralfedern haben idR Durchmesser von 11 bis 16mm. Härten bei ~850°C an der Luft auf Arbeitshärte ähnlich wie CrV-Meißel, aber weniger verschleißfest da Silizium in Stahl keine Karbide bildet. Schlagflächen ausglühen oder hoch anlassen. 
Ebenfalls geeignet sind Querlenker (leider mittlerweile meist aus Alu), Eingangs- u. Antriebswellen sowie Spurstangen.
Last edit: September 6, 2019 at 2:58 AM, Crantius
July 24, 2019 at 12:12 PM
In Metzgers 'Kunstschlosserei' sind noch als schmiedbar gelistet

- Aluminiumbronze; 5% Alu 95% Kupfer, warm ähnlich wie Eisen schmiedbar
- Duranabronze; Kupfer, Zink, Eisen (<1%, verschiedene Varianten). Kalt härter als Alubronze, warm weich wie Blei.
Last edit: July 24, 2019 at 12:12 PM, Crantius
June 22, 2019 at 2:21 PM
Dieser Stahl, sofern es denn wie angenommen 1.2379 / AISI D2 ist, eignet sich gut als Warmarbeitsstahl. Ursache sind die reichlich vorhandenen Chromkarbide, die bis 500°C beständig sind. Er ist schnitthaltiger als zB. 1.2344 / H13, aber auch spröder. Sollte ergo als Werkzeug recht dick gelassen (ähnlich dem Stempel in der Mitte deines Bildes) und nicht mit dem Vorschlaghammer verwendet werden. Spitze lufthärten, Schlagfläche spannungsfrei glühen. Haltezeiten beachten.
June 11, 2019 at 10:46 PM
Ein Axiallager müsste eigentlich auch funktionieren.
June 11, 2019 at 11:59 AM
Version A:


Version B:

+
May 22, 2019 at 1:47 PM
Ventilator:
https://www.dasslerventilatoren.info/contents/de/d23_Heissgasventilatoren.html

- Abstand zum Feuer verringern.
- Gitter einsetzen, wie hier https://www.telchinen-schmiede.de/schmieden/werkzeuge/schmiedeesse/
Last edit: May 22, 2019 at 2:14 PM, Crantius
April 7, 2019 at 12:23 PM
Bei der Bildqualität sehe ich auch nichts. Fürchte fast, dass der Test zu ungenau ist für 50°C-Unterschiede.
Du könntest natürlich mit der Haltezeit hochgehen, 10-20 Minuten oder so. Das gäbe dem Korn mehr Zeit zu wachsen. Ansonsten sorry wenn ich hier Murks erzähle. Das fiel anscheinend in die Sparte 'empfiehl nichts was du selber nicht ausprobiert hast'.
April 5, 2019 at 4:43 PM
Mach doch einfach ne Probehärtung.
10 mm Streifen abtrennen, zwei Kerben rein je 1/4 vom Ende, aber nicht zu tief. Normalisieren, in der Mitte durchflexen, Härten separat bei 800 und 850°C, schwach anlassen (könnte man glaubich lassen, aber man will ja eine normale Wärmebehandlung nachstellen), abbrechen an der Kerbe und Bruchstellen beäugen. Anhand der Körnung siehst du, welche Temperatur besser passt. Die Austenitkörner fangen erst bei Ac1 an zu wachsen, ein unlegierter Stahl wird theoretisch also bei 850°C eine sichtbar gröbere Körnung zeigen.
April 5, 2019 at 11:03 AM
Bist du dir sicher, dass bei 6V-12V, 2-5A an der freien Luft sich genug Chlor ansammeln kann, um schädigend zu wirken (C>=0,001%)? Es gibt für größere Teile, entsprechend skalierte Aufbauten, die als Stromquelle ein Schweißgerät (mit 100% Belastungszyklus in den eingesetzten Stromstärken) hernehmen, da würde ich dann auch Na2CO3 oder NAOH vorziehen.


Im Übrigen danke für die vielen positiven Rückmeldungen. Es freut mich sehr, dass meine Anleitung hier gut ankommt.
Last edit: April 5, 2019 at 1:10 PM, Crantius
April 1, 2019 at 12:42 AM
3/3
Schleifen, Wärmebehandlung, Griff


Anätzen der Zunderschicht zwecks Schonung von Schleifmitteln; elektrisch oder durch Essig. Hatte kein passendes Gefäß bzw. nicht genug Essig, daher die umständlichere Methode. Klinge mit Spülmittel oder Spiritus entfetten. Elektrolyt: Salzlösung 5-10% (nicht im Bild), Batterieladegerät, Anode (rot, +) ans Werkstück, zentrieren um Kurzschluss zu vermeiden. 20 - 30 Minuten bei 6V u. 2A.
Unbedingt im Freien arbeiten - Chlorgasbildung! Keine Edelstahlteile als Kathode verwenden - krebserregende Chromverbindungen können im Elektrolyt entstehen.



Innenradius mit breiter Halbrundfeile gleichmäßig feilen. Sorry für schlechtes Bild.


Mit Zeichnung vergleichen falls vorhanden, entsprechende Stellen mit Filzstift markieren.


Abtrennen überstehender Stellen per Kaltmeißel. Weichglühen war ausreichend erfolgreich.
Rücken/Außenradius mit Doppelbockschleifer ö.ä. gleichmäßig schleifen.


Biegung auf planer Fläche (Stahllineal o.ä.) kontrollieren und vorsichtig im Schraubstock korrigieren. Auch auf Verdrehung entlang der Längsachse achten, mit Schraubenschlüssel/Engländer gegenbiegen. Setzt erfolgreiches Weichglühen vorraus.


Glattschleifen der Klingenrückseite, ideal Fiberscheibe keramisch Grit 32 (Cubitron II, Ceramaxx, Dronco Evolution, VSM Ceramics, usw.). Geht auch Freihand, ich habe ein Gestell verwendet um den Winkelschleifer genauer führen zu können.


Freihandschleifen von Fase und Schneide; sowie in meinem Fall Ausdünnen der Spitze da noch zu dick. Rechten Arm möglichst starr halten, mit der linken Hand am Griff führen bzw. den Radius ziehen, Ellbogen des rechten Arms als Angelpunkt.


Schaben (kleiner Schaber aus 100Cr6, Schneidenwinkel 35°) oder Zugfeilen (Feile horizontal halten, wie Zugmesser aber auf Schub, bzw. auf Zug mit Griff in der linken Hand) der Schneide. Riefen an der Schneide können beim Härten als Ausgangspunkte für Brüche dienen. Auch am Rücken scharfe Kanten mit Feile brechen.


Auf gleiche Dicke (wie üblich ein paar 10tel mm) entlang der ganzen Schneide achten, mit Filzstift markieren und ausschaben bzw. -feilen.




Wärmebehandlung. Ein ausreichend breites Feuer ist zu empfehlen, da die Klinge beim Hin- und Herbewegen im Feuer leicht verbiegen kann.
Ich verwende eine mit Wasser auf Konsistenz von Motoröl angerührte Mischung aus Lehm, gemahlenem Sand (alte Kaffeemühle) und gemahlener Holzkohle (1:1:1) um die Klinge vor Entzunderung zu schützen. Die hoch Si-legierten Federstähle sind hierfür extrem anfällig*, daher auch die stetigen vergleichsweise niedrigen Hitzen.

Federstahl, Spiralfeder PKW, (laut Messerforum) vermutlich 56Si7 oder ähnlich.
Datenblatt bei Lucefin: https://www.lucefin.com/wp-content/files_mf/152940898856Si7.pdf
2x regulär Normalisieren, 850°C hellorange. 1-2x scharf normalisieren durch eintauchen in Öl, hierbei kommt auch das Ölbad auf Härtetemperatur (~80°C).
Härten bei 850°C.
Grob entfetten mit Spülmittel/Stahlwolle, Anlassen 30 Min 200°C, abkühlen in Wasser, Gefrierfach 45 Minuten**, dann nochmals 1h 200°C. Oder 2x eine Stunde bei 200°C, ohne Gefrierfach.




Selektives Anlassen des Rückens auf blaue / violette Färbung mit Lötbrenner und Wasserbad. Vorher Rücken mit Schleifpapier grober Körnung abschleifen. Alternativ Klingenrücken über rotglühendes Stück Kupfer o.ä. ziehen.


Klingenrückseite flachschleifen - Fokus auf gleichmäßig geschliffene Schneide, Rest weniger wichtig.
Kleinere SiC- und Sensenwetzsteine ideal, wie Feile verwendbar.
Rechte Hand bewegt vor/zurück, linke Hand übt leichten Druck nach unten aus ohne zu Führen. Linke Hand nicht über Klingenmitte hinaus führen, sonst weniger genau/verrundend. Körper leicht nach rechts drehen, Rücken gerade, Schultern zurückziehen.


Leicht schräg 30-45° jeweils abwechselnd nach links u. rechts schleifen.
Körnungen ca. 80 / 100 (SiC) / 120 / 200 / 400 (Wetzsteine). Falls keine passenden Steine vorhanden sind, Schleifpapierabschnitte auf Holzstäbchen verwenden.


Zum Abschluss mit 400er Schleifpapier (Daumen) Schleifbild leicht satinieren.


Schleifen der Schneide/Vorderseite rechtwinklig zur Klinge - 'bissige' Schneide. Entgraten durch vorsichtiges Ziehen durch Weichholz.


Griff. 19 cm x 3 x 2,5 . Falls wie bei mir keine Drehbank vorhanden, Rundung für Zwinge mit Kreisbohrer erwirken. Mittige Bohrung 8 mm x 90 mm, Länge dem Erl entsprechend.


Passendes Rohrstück absägen, vorm Abtrennen Anfasen am Doppelschleifer.


Mit Feile und Konterblock Dicke abrichten.


Raspeln des Griffs. Klemmung mit Rundholz erlaubt Raspeln der Kanten ohne Umspannen. Grob Abschleifen mit Schleifpapier Körnung 100.


Zwingenteil mit zwei Lagen Malerkrepp abdecken.


Abflämmen. Falls Griff reißt - Mit schwarzem Holzwachs füllen. Oder Gelatineleim, mit Rußabrieb vom Griff passend eingefärbt.
Griff erst trocken, dann mit leicht geöltem Lappen (gekochtes Leinöl) abreiben. Lappen entsprechend entsorgen (Brandgefahr).


Zwinge wurde mit Öl geschwärzt. Erhitzen (Lötbrenner) bis Öl (ebenfalls Leinöl) zu rauchen anfängt (sollte aber noch 'nass' / glänzend aussehen. Trockene Oberfläche = Öl vaporisiert), dann weiter abwechselnd Öl mit Pinsel auftragen oder erhitzen. Im Freien arbeiten.


Erl zunächst kalt in Griff einpassen. Sollte bis auf ca. 1,5 cm vorm Absatz im Griff stecken.
  Zum eigentlichen Einbrennen: Schweißerhandschuh auf der rechten Hand tragen (Schnittschutz), Atemmaske mit Partikelfilter vorteilhaft; Stiel der Sichel mit feuchtem Papier umwickeln. Unteres Drittel des Erls auf Rotglut erhitzen, einstecken. Vorgang wiederholen bis besagte Passung erreicht ist, maximal Hälfte des Erls erhitzen.
Griffloch im unteren Drittel mit Gartenschnur (Polypropylen, weiß) stopfen - dient als Lückenfüller/Kleber. Dann endgültiges Einbrennen - Erl erst Eindrücken, dann mit Griff (oberhalb am Stiel greifen) auf Holz stoßen, zuletzt am Griff halten, Klinge nach unten (weiche Unterlage, falls sie sich lockert) und Griff einige Schläge mit Holzhammer verpassen.


* Abhandlung zum Thema Federstähle https://www.messerforum.net/attachment.php?attachmentid=28558&d=1168182737

** https://i1.wp.com/knifesteelnerds.com/wp-content/uploads/2019/02/hardness-AEB-L2.jpg?w=752&ssl=1

Last edit: April 1, 2019 at 12:33 PM, Crantius