Feuerschweißen ohne Werkstatt
1 | 2 | » | Letzte
[ Nach unten | Zum letzten Beitrag | Thema abonnieren | Älteste Beiträge zuerst ]
DerBachleit...
Gelöschter Benutzer
Re: Feuerschweißen ohne Werkstatt
von DerBachleitnschmied am 02.06.2014 22:02Ok, ja kann schon sein. Techniken gibts ja viele, hauptsache es funktioniert
Re: Feuerschweißen ohne Werkstatt
von Ilmarinen am 02.06.2014 20:09@Alex
Woher die Sternchen kommen kann ich Dir auch nicht sagen. Auf jeden Fall hat das Eisen beim herausnehmen aus dem Feuer nicht gesprüht, sondern es war nur weiß-gelb.
Grüße
Jörg
Klaeus
Gelöschter Benutzer
Re: Feuerschweißen ohne Werkstatt
von Klaeus am 01.06.2014 20:52Da muss ich Alex aber recht geben. Ich habe früher auch immer den Tip bei Baustahl gegeben, auf dem Punkt mit den ganz feinen Sternen zu achten. Mittlerweile schweiße ich bei Möglichkeit kurz davor und habe viel bessere Ergebnisse. Allerdings braucht das doch sehr viel mehr Gespühr und Erfahrung.
DerBachleit...
Gelöschter Benutzer
Re: Feuerschweißen ohne Werkstatt
von DerBachleitnschmied am 01.06.2014 20:29Hallo Jörg,
Woher kommen dann allerdings die Funken? Wenn sie vom Koks kommen geht das ja immer, auch wenn der Stahl noch nicht auf Schweißtemperatur ist.
Re: Feuerschweißen ohne Werkstatt
von Ilmarinen am 01.06.2014 20:16@alex
Dabei ist nicht gemeint, dass der Stahl Funken sprüht, sondern es bilden sich winzige Sternchen direkt über der heißen Zone des Feuers. Das hat mir ein Profi gezeigt, der Damast schmiedet. Das funktioniert allerdings nur bei Koks, weil z.B. die Holzkohle immer diese Sternchen bildet.
Grüße
Jörg
Re: Feuerschweißen ohne Werkstatt
von kallerz am 31.05.2014 21:56Hi Alex,
Top, Danke!
Das Prinzip ist mir schon klar. Bei Dunkelheit bekomme ich das auch hin, nur kann ich nicht immer nachts schmieden
Ja Borax trage ich bei Kirschrot (je nach Sonne halt ;) )auf, so geht's am besten...
Ich werde es mit der Haube versuchen, wird schon klappen hoffe ich.
Gruß
Christoph
DerBachleit...
Gelöschter Benutzer
Re: Feuerschweißen ohne Werkstatt
von DerBachleitnschmied am 31.05.2014 21:47Servus Christoph,
Generell erstmal sind zum Feuerschweißen wichtige Punke: (alles Aufgeführte ist Meine Meinung, also zusammengeführtes was sich für mich aus diversen Gesprächen, Büchern und eigenen Erfahrungen herauskristalisiert hat. Für Fehler entschuldige ich mich schonmal im Vorraus, ich lasse mich gerne Berichtigen)
Feuerführung
Material
Sauberkeit und Schnelligkeit
Ein Auge für die Temperatur
Erfahrung
Ich denke Jörg hat im letzten Post Koks mit Fettkohle verwechselt, da Koks fast keine fremden Bestandteile beinhaltet. (Hundeshagen, S. 16, 2.1.2)
Bei Fettkohle stimme ich zu, die Feuerführung ist wichtig. Du solltest genügend abgeflammte Kohle (also einen guten Gluthaufen) haben und das Feuer vorher gut Entschlacken. Bei Fettkohle kannst du auch einen "Deckel" zusammenbacken lassen, dadurch erhältst du eine "Feuerhöhle" in der sich die Hitze gut hält. Auch hier gilt so gut wie möglich Abflammen (=Entgasen) lassen.
Den Trick von Jörg würde ich noch ein wenig abwandeln. Bei Federstahl und Legierten Stählen kann man sich darauf nicht verlassen, die sind bei Funkenflug bereits Überhitzt da ihre Schweißtemperatur niedriger ist (hängt mit dem C-Gehalt zusammen). Bei Baustahl noch möglich, allerdings nur mit genügend Erfahrung und Vorsicht zu genießen, da kann auch mal das ganze Werkstück davonbrutzeln. Ich habe eine ähnliche Technik gesehen die ich auch meist für meine Baustahlverschweißungen anwende: Die Luftzufuhr nach Gefühl abstellen, und das Werkstück am Griff leicht anheben (so das es mit der Spitze oder dem Hitzemittelpunkt mittig im Feuer liegen bleibt). Erscheinen in dem kleinen Loch zur Feuermitte, also unter dem Griff/Werkstück Funken ist es soweit.
Allerdings möchte ich dazu erwähnen das es bei Funken auch beim Baustahl schon eine Überhitzung vorliegt, die richtige Schweißtemperatur ist kurz davor, ein kräftiges Weißgelb die Glühfarbe (in der Werkstatt also praktisch leicht abgedunkelt) und das Flussmittel (in meinem Fall Quarzsand) umhüllt die Oberfläche. Sätze wie "Das muss richtig Funkensprühen" kann man also vernachlässigen. Weder gut für das Material, noch für die Schlackebildung in der Esse.
Zum Flussmittel, wann hast du das Borax aufgetragen? Ich habe gehört man soll es bei Kirschnrot auftragen bin da aber auch kein Spezialist da ich hauptsächlich mit Quarzsand schweiße.
Bleibe auch erstmal bei gleichen Stählen, üb erstmal mit Baustahl, der ist Billig und noch recht leicht zu handhaben (gerade mit Borax). Dann kannst du mal den Federstahl probieren.
Auch auf die Technik beim Schmieden sollte man schauen. Bei großflächigen Verschweißungen (z.B. bei zwei Flachstählen aufeinander) solltest du Mittig beginnen und dich nach aussen vorarbeiten. So presst du die Verunreinigungen samt Flussmittel aus dem Werkstück und verhinderst somit Einschlüsse. Bei anderen Verbindungen ist es sinvoll vorher einen "Scarf" zu schmieden. Dies ist in diesem Video sehr schön beschrieben:
Scarf Theory by Mark Aspery
Eine Haube wie von Martin beschrieben wird dir sicherlich helfen, die Glühfarben genau zu erkennen.
Ich hoffe es hat geholfen ;)
Viele Grüße,
Alex
Re: Feuerschweißen ohne Werkstatt
von kallerz am 31.05.2014 20:03Hi Jörg,
ich habe jeweils auch Baustahl mit Baustahl und Feder auf Feder probiert, ging auch nicht...
Baustahl auf Baustahl und Kohlenstoffstähle kann ich (will mich jetzt nicht selbst loben) ganz gut Feuerschweißen, jedoch nur nachts, im Sommer also sogut wie nie
Das mit dem Koks und Funken hört sich gut an, muss ich mal beobachten. Wenn ich eine Haube, wie von Martin vorgeschlagen, anbringe müsste dies gut sichtbar sein.
Danke nochmals
Gruß
Christoph
Re: Feuerschweißen ohne Werkstatt
von Ilmarinen am 31.05.2014 18:38Hi Kallerz,
die Kombi aus Baustahl und Federstahl ist nicht ganz einfach. Besonders, wenn Du den Federstahl nicht kennst. Evtl. ist da eine Legierung drinn, die nicht günstig ist.
Koks muss gut entschwefelt werden, bevor man Schweißen kann. Dann gibt es einen guten Trick: Wenn man das Schmiedestück gut heiß hat und die Luft kurz komplett wegnimmt, dann sieht man winzige Sternchen dirket über der Kohle. Dann ist die Schweißtemperatur erreicht. Das habe ich schon bei einem Kollegen beobachten können.
Grüße
Jörg
Re: Feuerschweißen ohne Werkstatt
von kallerz am 31.05.2014 17:31Danke schonmal für die tollen Ratschläge!
@Ilmarinen:
1. Habe S235JR sowie Federstahl ausprobiert
2. Ja, habe ich
3. Beide ca. 4mm drick und 20mm breit auch dickers habe ich probiert, jedenfalls beide immer gleich stark
4. Esse mit Koks
5. Hat nicht gehalten
Die Temperatur erreiche ich leicht.
@Der Schlosser:
Gute Idee! Sowas muss ich mir jetzt bauen, hoffentlich sieht man dann mehr...