Kohleesse Konzeptfragen

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Uli_Wolf
Gelöschter Benutzer

Re: Kohleesse Konzeptfragen

von Uli_Wolf am 26.01.2016 18:27

Hallöchen,

Blechbaron, welche Gefahren gehen denn von einem Schweissgerät aus??? 
Meinst Du Augen verblitzen, Schweissflöhe in der Pelle oder Sonnenbrand?

Also so ein kleiner Winkelschleifer birgt da weniger Risiken oder, lass mich mal überlegen, Trennscheiben fliegen (gerade bei Anfängern) einem um die Ohren bei falscher Handhabung, wer abrutscht schneidet sich ins Fleisch oder gar was ab, Funkenflug der die Klamotten verbrennt, Funken in den Augen (ok, wir haben ja zwei), Topfbürsten halten sich schonmal gerne in den Klamotten fest, die Drähte fliegen unkontrolliert durch die Werkstatt, da ließe sich bestimmt noch mehr finden.

Wer mit Handwerksmaschinen arbeitet sollte sich immer der Gefahren, die solche Maschinen bergen bewusst sein. Zu meiner Lehrzeit gab es noch offene BG Unfallbilder (keine gestellten) die heute so nicht mehr gezeigt werden dürfen und es sieht nicht gerade lecker aus, wenn da z.B. ein tropfender Skalp an einer Bohrmaschine hängt, weil sich die Haare in der Spindel verfangen haben.
Ich denke mal, da sind die Unfallrisiken bei einem Schweissgerät doch sehr überschaubar, oder? 

Fabian, es ist wohl war, wenn man in der Geschichte zurück geht wurden die Werkstücke genietet, mit einem Bund zusammengehalten, eingeschrumpft etc..
Wenn Du Dir jetzt noch ein paar alte Bücher anschaust, z.B. Manfred Sachse's Buch, wirst Du feststellen, daß man auch zum Damast herstellen kein Schweissgerät benötigt, wenn man es kann.
Da uns aber die Neuzeit solche Werkzeuge anbietet, sollte man diese auch sinnvoll nutzen und man wird schnell merken, wie leicht man sich doch mit diesen Sachen helfen bzw. Probleme lösen kann.
Vor allem möchte ich Dir eins vor Augen bringen, Du hast Dir ein Hobby ausgesucht, welches eine sehr hohe Frustrationsgrenze braucht, Handwerkliche Begabung voraus setzt und auch recht Kostenintensiv ist, vor allem wenn man auf Daddy's Geldbeutel angewiesen ist. Ganz zu schweigen von den Nachbarn, wenn die Wäsche nach dem trocknen wieder nach Rauch stinkt.  

Gruß Uli  

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Felix_D.

25, Männlich

Beiträge: 191

Re: Kohleesse Konzeptfragen

von Felix_D. am 27.01.2016 20:40

Zweck Schweißgerät.
Ich war 16 als ich mir ein Schweißgerät gekauft habe. Mir ist erst später bewusst geworden das ich mir viel Arbeit ersparen hätte können wenn ich mir schon früher eines gekauft hätte. Solange man immer mit Schutzbrille und Schweißschirm arbeitet kann einem nicht viel passieren. Schlacke Spritzer sind zwar auf den Händen auch nicht angenehm aber bis auf Brandblasen kann einem nicht Schlimmes passieren. Solange man eine Schutzbrille aufhat (gilt prinzipiell für fast alle Arbeiten). Ich habe auch keinen wirklichen Schweißkurs besucht. Wichtig ist aber das man am Anfang leicht schweißbare Elektroden verwendet. Ich habe mit den EV 50 angefangen und war recht frustriert da ich immer picken geblieben bin. Dann habe ich die FOX KE gekauft und ich konnte recht problemlos schweißen. Gekauft habe ich dieses >Klick< Gerät. Allerdings um den halben Preis. Reicht bis jetzt für alle Arbeiten leicht aus. Alles in allem bin ich der Meinung, dass ein Schweißgerät zwar kein Muss ist aber viele Arbeiten doch wesentlich vereinfachen kann. Und sei es nur das Schweißen eines Winkels für ein Regal.

 

Lg Felix

Antworten Zuletzt bearbeitet am 27.01.2016 20:41.

Worschdsub
Gelöschter Benutzer

Re: Kohleesse Konzeptfragen

von Worschdsub am 28.01.2016 18:07

Solange man immer mit Schutzbrille und Schweißschirm arbeitet kann einem nicht viel passieren. Schlacke Spritzer sind zwar auf den Händen auch nicht angenehm aber bis auf Brandblasen kann einem nicht Schlimmes passieren. Solange man eine Schutzbrille aufhat (gilt prinzipiell für fast alle Arbeiten).

Es gibt nicht ohne Grund Schweißerhandschuhe und Arbeitsjacken mit langen Ärmeln!

Gruß

Oli

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Hacheschmied
Gelöschter Benutzer

Re: Kohleesse Konzeptfragen

von Hacheschmied am 28.01.2016 19:48

Ich kann da Oli nur beipflichten... Aber leider wird der Atemwegsschutz wie auch Hautschutz ja gerne vernachlässigt.. ist ja so schrecklich unmännlich......

Achja.. schweißt mal ordentlich immer mit dem gleichen Pullover.. blau oder so.. dann guckt mal das der sehr schnell sehr hell wird.. soviel zu der UV Belastung beim Schweißen.. Hautkrebs soll auch nicht sooo toll sein.... Also.. geeignete Schutzkleidung.. je dunkler desto besser, je dicker desto gut. UND.. am besten reine Baumwolle oder Leder.. alles andere zieht gerne Fäden wenn mans von der Haut dann löst...

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Blechbaron

39, Männlich

Beiträge: 117

Re: Kohleesse Konzeptfragen

von Blechbaron am 29.01.2016 15:10

@Hacheschmied & Oli: Danke, genau das meinte ich. Unfälle, die durch Unkenntnis geschehen, sind doof.  Außerdem hat der Jung´ nur wenig Geld zur Verfügung, da erübrigt sich die Frage nach einem Schweißgerät.


@Fabian:

Bedenke, daß eine große Esse auch viel Brennstoff frißt. Das kostet dann dauerhaft Geld und der Brennstoff muss ja auch transportiert werden, daher ist es eine Überlegung, die Esse ´ne Nummer kleiner zu bauen. Ich komme mit einem Eimer Koks ´ne Weile aus.

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Felix_D.

25, Männlich

Beiträge: 191

Re: Kohleesse Konzeptfragen

von Felix_D. am 29.01.2016 20:24

Ich bin in meine Beitrtag etwas falsch verstanden worden. Das erste was ich mache wenn ich in die Schmiede gehe ist das ich mir Gehör- und Augenschutz aufsetze. Und denn lasse ich im Normalfall auch auf bis ich die Schmiede verlasse. Bei größeren Schleif- und Schweißarbeiten oder beim Härten in altem Motoröl trage ich zusätzlich noch die Halbmaske von M3. Aber ich halte es nicht für notwendig Atemschutz zu tragen wenn  ich nur ein 10ner Rund drchschneide oder eine Handhabe anschweiße. Da beides nur kurz dauert und ich eine Absaugung in der Schmiede habe halte ich die Belastung für sehr gering. Das beim Schweißen auch UV-Strahlung auftritt hab ich ehrlich gesagt nicht gewusst. Ich habe zwar bei lange Schweißarbeiten ohne lange Ärmel bemerkt das die Unterarme etwas gerötet waren. Habe es aber auf die Wärmestrahlung geschoben die ja nicht wirklich schädlich ist. Werde aber ab jetzt immer mit langen Ärmel schweißen wenn ich mehr alls eine halbe Elektrode verbrate. 

Ich hoffe das niemand glaub ich nehme die eigene Gesundheit auf die leicht Schulter. Auch wenn ich zugeben muss das es bei meinem Beitrag so rüberkommen kann. Ich habe Brandblasen als lästig aber nicht für gesundheitsschädlich gehalten, hab ja nichts von der UV-Belastung gewusst.

Lg Felix 

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Alfab

-, Männlich

Beiträge: 8

Re: Kohleesse Konzeptfragen

von Alfab am 30.01.2016 11:41

Hallo,
danke für die Antworten!
Arbeitsschutz und Kenntnis von den Gefahren ist mir auch ziemlich wichtig, vor allem bei Belastungen mit Langzeitfolgen.

Zum Thema Schweißen:
Das Problem ist nur, dass ich nur mäßig Erfahrung mit Metallbearbeitung habe. Ich habe mal mit meinem Vater über das Schweißen gesprochen, er meinte, dass man da schon in Metallbearbeitung fit sein sollte zum Werkstückoberflächen anzupassen usw. Da tut sich noch ein Problem auf: ich habe nicht allzu viele Maschinen, die müsste ich mir alle noch kaufen -> noch mehr Geld ausgeben. Daher will ich das Schweißen erstmal noch aufschieben.


@Blechbaron:
Ja, darüber habe ich auch nachgedacht, ich will auch keine Unmengen an Kohle verbrennen. Daher kommt auch die Isolationsschicht aus Ton, die ich mir so mit 5cm Dicke vorgestellt habe, da verkleinert sich der Raum, in dem Feuer gemacht werden kann. Falls ich nicht den ganzen Platz brauche, habe ich mir vorgestellt, Ziegelsteine an den Rand zu legen, das verkleinert das Feuer nochmals. So habe ich auch die Möglichkeit die Form des Feuers an das Werkstück anzupassen.

Weiterhin ist jede Art von konstruktiver Kritik erwünscht!

MfG Fabian

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Blechbaron

39, Männlich

Beiträge: 117

Re: Kohleesse Konzeptfragen

von Blechbaron am 30.01.2016 15:20

Hallo zusammen,

zum Thema Lichtbogen & UV Strahlung: http://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/uv_emission_schweissen.pdf

Ich möchte mich nicht unnötiger UV-B /-C Strahlung aussetzen, ich hab nur einen Pelz.

@Fabian:

Bevor Du mit einigem Aufwand das Fassungsverögen der Felge verkleinerst, nimm doch erstmal ´ne Bremstrommel. Ich finde die runde Form sowieso eher ungünstig, wenn man Flach- oder Vierkantmaterial schmieden will, aber wenn das Budget nix anderes hergibt, ist das immer noch ´ne gute Lösung.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 30.01.2016 18:57.

Alfab

-, Männlich

Beiträge: 8

Re: Kohleesse Konzeptfragen

von Alfab am 03.03.2016 19:01

Hallo allerseits,
nachdem ich letztes Wochenende sehr gerne wieder schmieden wollte, aber bisher nur einige Teile organisiert hatte, entschied ich mich zur Improvisation. Rost (alter Gullydeckel) und Zuluftrohr (Dachrinnenrohr) habe ich mir bereits organisiert. Nach kurzem herumsuchen im Keller fand ich noch ein paar Blechprofile und somit hatte ich alles, was zum Essenbau nötig war. Also bog ich die Profile auf, schraubte sie an den Rahmen des Gullys, flexte das Rohr zurecht und bastelte mir aus einem Streifen Kunststoff einen Adapter, da mein Ventilator einen größeren Durchmesser hat als das Rohr. Ein altes Schreibtischgestell, das im Garten stand, diente mir als Unterkonstruktion für die Esse. Fertig war meine Schmiedeesse.
Die Kosten beliefen sich auf ungefähr 23 cent.
Die Esse funktionier meines Erachtens nach sehr gut, ich werde mir nur noch ein (Küchen-) Sieb aus Metall unter den Gullydeckel montieren, da doch ab und zu mal ein Stückchen Kohle oder Koks durchfällt. Das Zuluftrohr wird fast überhaupt nicht warm und somit schmolz der Kunststoff-/ Linoleumstreifen bisher auch nicht.
Die Esse wird nicht ewig halten, aber für mich ist es erstmal eine sehr gute Lösung, vor allem, da ich noch nicht weiß, ob und wie ich dem Hobby des Schmiedens nachgehe.

Ich möchte damit vor allem sagen, dass eine Esse nicht teuer sein muss, wenn man die Zeit investiert und sich Gedanken macht sowie in Dachböden und Kellern nach Material sucht.
Schmiedeesse.jpgSchmiedeesse2.jpgSchmiedeesse3.jpg
Schönen Abend noch!

MfG Fabian

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Beckenbou

44, Männlich

Beiträge: 111

Re: Kohleesse Konzeptfragen

von Beckenbou am 04.03.2016 06:43

Geile Scheiße,  das ich da noch nicht selbst drauf gekommen bin! Ich wärme meine Sachen immer noch im Lagerfeuer!

Reiner


Man sagte, ein Schlosser habe erst dann ausgelernt, wenn alle 10 Finger gleich lang seien.

Grenzlandschmiede, meine Arbeit

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